Finale - santiago de compostella angekommen!

in hive-146118 •  4 months ago  (edited)

Ich folge den Markierungen im Boden, teilweise wurden sie geklaut.

Nach 900 km sollte man doch müde sein, die Schuhe durchgelaufen.

Ganz das Gegenteil war der Fall, ich hatte immer wieder die gleichen Lichtszene mehrmals am Tag...

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Immer wieder ging ich vom Schatten auf das Licht zu., so fühlte ich mich auch ... der Weg durchlief mich in Gedanken... Dankbarkeit... für die unfallfreie Strecke!

Ja, es gab auch diese Vorkommnisse, aber weit weg von ernster Gefahr, ja ich bin ausgerutscht und hätte in die Tiefe stürzen können, nein bin ich nicht, ja da war diese Begegnung mit den ausgebrochenen jungen Pferden, es hätte so ein Hund auch über einen Zaun springen können, ja das alles ist nicht passiert und dabei bleibt es auch.

Ich hoffe, dass die Dinge, die ich am Weg verloren hatte, oder zurück gelassen habe, jemand geholfen haben.

Ich danke hier ausdrücklich demjenigen, der an einer Stelle am Pilgerweg frisches Obst zur freien Entnahme hinstellt!

Begeistert hat mich die Qualität der Wasserquellen und Trinkbrunnen.

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Da war ich nun.

Ich stand vor der Kathedrale zu Ehren des Jakobus. Es war on dem Moment nicht der Stolz, es war diese Zufriedenheit, Dankbarkeit.
Es war Mitte Nachmittag und ich war angekommen. Am Ziel und bei mir, ich musste nur den Weg gehen. Das Schweigen brachte mich in Resonanz zu mir selbst.

Mir war auch bewusst, dass niemand zu Hause auf mich wartet, sich um mich sorgt, über mich ärgert und auch niemand der sich freut, wenn ich wieder zurück bin.

Ich konnte nun für mich sagen, auch wenn ich keine Familie mehr habe, so bin ich begleitet, geschützt und beschützt. Noch nie konnte ich das so annehmen und da ist es auch geblieben dabei. Ich war traurig darüber, dass alle ihre Zeit mit den Familien verbringen, sich streiten, versöhnen, lachen, feiern ...

Ja ich kann gut mit mir allein sein, ohne einsam zu sein. Jetzt erkenne und anerkenne ich das.

Der Inhaber des Hotels schrieb mir in mein Pilgerbuch:

Der erste Pilger im Jahre 2021! 8. Mai 2021

Am nächsten Tag ging ich zur Sonntagsmesse.

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Besuchte das Grab...

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Ich hatte dadurch viele Brücken überquert ...

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Es war definitiv der richtige Zeitpunkt!

Die Erkenntnise:

Wasser ist kostbar köstlich!

Vorbereitung macht Sinn!

Bereit sein ist Grundvoraussetzung für eben alles!

Entschlossenheit ist Macht des Geistes über das Materielle! Du besitzt deinen Willen und nicht umgekehrt.

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Wenn man dann zurück oder nach vor blickt, als ich in meinem Leben gesehen an Höhepunkten war, hatte ich diese nie oder zu wenig ausgiebig gefeiert, das wird nicht mehr passieren!

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Diese Vorratshäuser "horrero" sind typisch für die Region Nordportugal und Nordspanien wegen der klimatischen Bedingungen , grosse Regenmengen, wie ich selbst erlebte, sind in dort häufig und üblich, die daraus resultierende hohe Luftfeuchtigkeit lässt die Vorräte bei schlechter Belüftung verrotten. Gleichzeitig dürfen aber keine Schädlinge (Mäuse, Ratten) durch die notwendigen Lüftungsöffnungen eindringen. Diese sind klein genug angelegt, um Vögel vom Lagergut fernzuhalten. Die Steinplatten bilden einen Überhang, der von den am Boden lebenden Nagern kaum zu überwinden ist.

Ich wünsche nun jedem Leser, der hierher gefolgt ist, den Mut, Wege zu gehen, ein solches Speicherhäuscchn für die wichtigsten Sachen im Leben und so an einem Ziel zu stehen!

Vielen Dank !

derPeter

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super schöner pilgerbericht

ich empfand den camno als :
sicht der vergangenheit,gegenwart und zukunft

gefühlstechnisch alles vertreten,was das leben bereit hält

danke dir für deinen einblick

Guten Morgen! Solche Berichte am Morgen steigern definitiv die Qualität des Tages!

Wenn ich meine Wanderungen - von denen einige bereits hier auf dem Steem verewigt wurden und einige noch folgen werden - mit Deiner Pilgerreise vergleiche, finde ich viele ähnliche Eindrücke. Landschaften, Gegebenheiten vor Ort. Du verbindest das allerdings mit einer Art spiritueller Erfahrung. Das ist bei mir nicht der Fall, zumindest nicht bewußt. Das Gefühl, begleitet und beschützt zu sein, empfinde ich demzufolge als abwegig - ich weiß halt, was ich mir zutrauen kann und was nicht. Diese Unterschiede finde ich spannend: schade, daß @umdenker sich zurückgezogen hat. Der fände das ebenso interessant, glaube ich ;-)) Vielleicht liest er das ja...?

Ich hatte bewusst nicht erwähnt, dass ich seit 2016 mit Hüfte und Rücken "Erfahrung " gesammelt habe...

Keinesfalls will ich jemanden ermutigen so wie ich ein hüftoperarion mit dem jakobsweg zu therapieren.

Das finde ich ziemlich cool. Habe ich mit einem gebrochenen Mittelfußknochen ähnlich gemacht - Wandern als Physio, sozusagen. War mittelprächtig erfolgreich und rächt sich bis heute ;-))

He - Du ermutigst, Möglichkeiten zu sehen. Danke!

Diesen Weg werde ich definitiv noch gehen, danke für den schönen Bericht 👍

Vielen Dank für deinen (etwas anderen) Reisebericht! Ich habe jeden Teil der Serie genossen (obwohl ich spätestens gestern "gehofft" hatte, du gönnst uns einen Tag Atempause) und freue mich so richtig, hier nun auch zu lesen, was für dich persönlich der nachhaltige Bereich des Pilgerns war.
Irgendwann... ja, irgendwann... ;-)

Die Pause gibt's jetzt, ich war im Tunnel))) vielen Dank!

Tunnel oder Flow? ... ;-)

Auf Fragezeichen gibt es natürlich Antwort... ich wollte es selbst, hatte es vorher nie in Worte gefasst ...hat Spass gemacht!